Auch Ihr Autoschlüssel mit Wegfahrsperre ist kopierbar.

Tür aufhebeln, reinsetzen, Motor kurzschließen und weg – lange Zeit hatten es Autoknacker recht einfach, wenn sie die Fahrzeuge klauten. Doch die Fahrzeughersteller und Zulieferer versuchten natürlich, den Dieben das Leben schwer zu machen, wenn sie ihnen leider oftmals auch nicht ganz das Handwerk legen konnten. Mit der Wegfahrsperre haben die Autobauer Systeme und Geräte entwickelt, welche die meisten Langfinger abschrecken und den Diebstahl eines Autos, Motorrades oder Lkw deutlich erschweren. Autodiebstähle verursachen jedes Jahr hohe Schäden im dreistelligen Millionenbereich. Dabei sind nicht nur teure Neuwagen betroffen; auch Gebrauchtwagen von verhältnismäßig geringem Wert werden nicht selten gestohlen.

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Die Geschichte der Wegfahrsperre und ihre Arten

Im Laufe der Zeit haben die Hersteller zahlreiche mechanische und elektronische Möglichkeiten geschaffen, um zu verhindern, dass das Automobil oder das Motorrad unbefugt bewegt wird. Zu den gängigsten mechanischen Wegfahrsperren zählen die Lenkradkralle, die es unmöglich macht, das Lenkrad zu drehen, und die Gangschaltungssperre, welche die Schaltung im Rückwärtsgang blockiert. Ebenfalls zu den mechanischen Wegfahrsperren zählen die Ventilwächter, die hauptsächlich von Behörden eingesetzt werden.

Mechanische Wegfahrsperren

Bei einer mechanischen Wegfahrsperre handelt es sich um Konstruktionen, die in den Fahrgastraum des Fahrzeugs montiert wird und ein Bewegen des Pkw unmöglich macht. Eine Lenkradsperre wird direkt auf dem Lenkrad befestigt und verhindert so zuverlässig ein Drehen desselben. Kompliziertere mechanische Varianten verbinden das Lenkrad mit den Pedalen und machen diese ebenfalls bewegungsunfähig. Mechanische Wegfahrsperren sind vielleicht nicht die eleganteste Lösung, aber vergleichsweise preisgünstig und haben den Vorteil, dass sie auch von außen deutlich sichtbar sind und so potenzielle Diebe bereits vor dem eigentlichen Einbruch abgeschreckt werden.

Die elektronische Wegfahrsperre





Mit dem Begriff Wegfahrsperre ist jedoch in der Regel die elektronische Wegfahrsperre gemeint, die seit den frühen 1990er Jahren verbaut wird und deren Vorhandensein in Neufahrzeugen am 1. Januar 1998 Pflicht wurde. Die erste Generation der elektronischen Wegfahrsperre funktionierte durch eine Unterbrechung der Zündung, des Anlassers und der Kraftstoffpumpe über deren Relais. Dieses System war allerdings noch sehr anfällig, ein erfahrener Autodieb konnte einfach die Relais überbrücken und so die elektronische Wegfahrsperre wirkungslos machen. Die zweite Generation der elektronischen Wegfahrsperren, die ab 1994 zum Einsatz kam, war schon sicherer, da sie direkt mit dem Motorsteuergerät verbunden waren und darüber die zum Fahren notwendige Fahrzeugelektronik blockierte. Gesteuert wurde das System über Transponder in den Autoschlüsseln, die entweder mit einer festen Identifikationsnummer programmiert waren oder mit einer Seriennummer, die per Knopfdruck an die elektronische Wegfahrsperre gesandt wurde.

Die dritte Generation der elektronischen Wegfahrsperre

Die derzeit gebräuchliche dritte Generation der elektronischen Wegfahrsperre funktioniert ähnlich wie der Vorgänger. Die Entwickler haben das System allerdings optimiert, indem sie die Verbindung zwischen der Wegfahrsperre und dem Steuergerät kryptografisch verbessert und damit sicherer vor Hackern gemacht haben. Allerdings sind die Autoknacker ebenso erfindungsreich wie die Fahrzeughersteller und Zulieferer, so dass es mittlerweile Mittel und Wege gibt, auch dieses System zu knacken. Mittels speziellen Geräten kann ein Autodieb das Signal der Funkfernbedienung auffangen und speichern. Da der Schlüssel zum Sperren und Entsperren immer der gleiche ist, hat der Langfinger nun die volle Kontrolle über die elektronische Wegfahrsperre. Darüber hinaus kann ein Dieb mit einem Sender die Kommunikation zwischen Transponder und elektronischer Wegfahrsperre stören, so dass der Fahrer diese nicht aktivieren kann, ohne dass er etwas davon mitbekommt.

Probleme mit elektronischen Wegfahrsperren

Wie bei allen elektronischen Geräten oder Accessoires kann es auch bei einer Wegfahrsperre zu Schwierigkeiten kommen. Ist diese defekt, weil der Schlüssel beispielsweise beschädigt wurde und/oder sich die digitale Signatur nicht mehr lesen lässt, kann das Fahrzeug wahrscheinlich nicht mehr gestartet werden. Eine mögliche Lösung ist das Abschleppen des Pkws in die nächste kompetente Werkstatt, wo man meist einen neuen Autoschlüssel oder sogar eine Schließeinheit kaufen soll. Beides wird sehr kostspielig werden ist aber nicht immer notwendig. Die meist günstigere Möglichkeit, den Schlüssel wieder fit zu machen ist ein Spezialist im Automobilbereich. Dieser kann in Eigenregie mit den richtigen Daten, erneut den Schlüssel beschreiben. Ist der Schlüssel kaputt, so kann meistens ein günstiger Nachschlüssel hergestellt werden. Man spart nicht selten mehr als 50% gegenüber dem Markenhändler.

Zukünftige Entwicklunge

Die Fahrzeughersteller und die Hacker und Autodiebe liefern sich also ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Meist dauert es nicht lange, bis die Diebe einen Weg gefunden haben, die neuen elektronischen Wegfahrsperren zu knacken. Die Hersteller ihrerseits entwickeln ständig neue Systeme. Derzeit soll die bestehende elektronische Wegfahrsperre mit variablen Sperrschlüsseln ausgestattet werden, damit der Dieb das Fahrzeug nicht mit dem aufgefangenen Schlüssel öffnen kann. Zudem soll die elektronische Wegfahrsperre tiefer in die Elektronik des Fahrzeuges integriert werden. Die zunehmende Digitalisierung der Automobile und Motorräder bietet weitere Möglichkeiten. So kann das Fahrzeug mittels GPS und GSM geortet werden. Aber dies ist bis jetzt noch Zukunftsmusik.